Hessischer Bildungsserver

Projektbüro für förder- und kompetenzorientieren Unterricht

 

Der individuelle Unterstützungsanspruch eines jeden Kindes ist in § 3 (3,6) Hessisches Schulgesetz nachdrücklich und an vorderster Stelle ausgewiesen.

Der Unterricht in heterogenen Lerngruppen stellt für Lehrkräfte eine große Herausforderung und einen Veränderungsprozess dar, der durch konkrete Anleitung begleitet werden sollte. Dabei sollte diese Anleitung nicht vorrangig fachbezogen sein, sondern auf eine veränderte Lern- und Unterrichtskultur (Unterrichtsscript) sowie vor allem auf eine veränderte Haltung der Lehrkräfte ausgerichtet sein.

Der förder- und kompetenzorientierte Unterricht wird in Hessen definiert durch den Hessischen Referenzrahmen Schulqualität, der von einem konstruktivistischen Lernbegriff sowie einer kompetenzorientierten Didaktik ausgeht.

 

Konzept des Projektbüros „Förder- und kompetenzorientierter Unterricht“

  • setzt mit den sogenannten Kernelementen die oben genannten theoretischen Grundlagen aus dem HRS in alltagstaugliches Handwerkszeug um,
  • ist für Lehrkräfte aller Schulformen verständlich und umsetzbar,
  • ist schulformunabhängig,
  • ist fachunabhängig (Vorteil gegenüber „Inselkompetenzen“ innerhalb eines Kollegiums),
  • ist daher geeignet für die Qualifizierung eines jeweils ganzen Kollegiums einer Schule (systemische Entwicklung von Unterricht und Schule),
  • erzielt somit die in der VOBGM geforderte „pädagogische Grundhaltung eines Kollegiums“ und die in § 4 HSchG geforderten „Leitvorstellungen“ und „zentralen Aspekte pädagogischen Handelns“ als Grundlage des Schulcurriculums.

 

Angebote

  • Qualifizierung von Multiplikatoren der Projektschulen
  • Umfassende und systematische Informationen über Themenbereiche des Lernens und Förderns
  • Unterstützung bei der Entwicklung des schulischen Förderkonzeptes
  • Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung von pädagogischen Tagen bzw. Konferenzen

 

Termin

Titel der Bausteine

Ziele der Veranstaltungen

Auftakt-veranstaltung

Einführungsveranstaltung mit den interessierten Schulleitern und Schulleiterinnen und den Multiplikatoren

  • Konzept für förder- und kompetenzorientierten Unterricht
  • Übersicht über die Inhalte der Qualifizierungsreihe (Bausteine)
  • Bilanzierung der bisherigen schulischen Maßnahmen zur individuellen Förderung
  • Gelingensbedingungen zur Umsetzung der Fortbildungsinhalte in den Schulen

1. Baustein

Beobachten und Wahrnehmen als Grundlagen förderdiagnostischen Arbeitens

  • Bedeutung von Wahrnehmen und Beobachten als Grundlage von Förderung
  • Austausch über eigene Beobachtungen
  • Mögliche Methoden der Beobachtung
  • Erstellen eines Selbstbeobachtungsbogens

2. Baustein

Bedeutung der Lernstand-ermittlung für förder- und kompetenzorientierten Unterricht

  • Möglichkeiten und Bedeutung von Lernstandsermittlungen im Lernprozess
  • Funktion von Lernstandsermittlungen in den Phasen im Lernprozess
  • Planung und Einsatz von Lernstandsermittlungen im Unterricht

3. Baustein

Die Arbeit mit dem Förderplan

  • rechtliche Grundlagen des Förderplans
  • Förderplankreislauf als Strukturierungshilfe für die Förderplanarbeit in derSchule
  • SMART als Methode der Zielformulierung
  • Erstellung von Förderplänen
  • kollegiale Fallberatung zur Unterstützung des zielgerichteten Austausches im Kollegium

4. Baustein

Transparente Unterrichts-gestaltung als Voraussetzung für die Steuerung und Selbst-steuerung von Lernprozessen

  • Gelingensbedingungen für erfolgreiches Lernen
  • Bedeutung der transparenten Unterrichtsgestaltung für die Steuerung von Lernprozessen
  • Entwicklung transparenter Ziele für eine UE (Phasenmodell)
  • Planung passender Unterrichtsformen
  • Instrument für die Selbststeuerung im Lernprozess

5. Baustein

Einübung von Lernstrategien als Voraussetzung für selbst-gesteuertes Lernen und Kompetenzerwerb

  • Begriffe Lernstrategie, -methode, -technik
  • Lernen als individuellen Konstruktionsprozess
  • Lernstrategien als Instrumente zur Unterstützung des Lernens
  • Kategorien von Lernstrategie
  • Planungen des Strategieerwerbs im Unterricht

6. Baustein

Kompetenzraster und Checklisten als Möglichkeit der Individualisierung im Unterricht

  • Bedeutung von Kompetenzrastern im kompetenzorientierten Unterricht
  • Erstellung eines Kompetenzrasters / einer Checkliste zu einer Unterrichtseinheit

 

Zielgruppe sind Lehrkräfte

  • jeglicher Schulform
  • die von der Schule durch Beschluss der Gesamtkonferenz mit der Teilnahme beauftragt wurden
  • die in der Rolle von Multiplikatoren die Fortbildungsinhalte in die Schule bringen

 

Voraussetzungen

Die Schulleitung

  • ermöglicht die kontinuierliche Teilnahme der Lehrkräfte an den Fortbildungsveranstaltung
  • unterstützt die Multiplikatoren durch die Schaffung von geeigneten schulischen Strukturen für die Implementierung der Fortbildungsinhalte im Kollegium

 

Zeitlicher Rahmen

  • Auftaktveranstaltung mit Schulleitungen und Multiplikatoren
  • 9 mal 3 Stunden Fortbildung jeweils ab 14:00 Uhr

Wissenschaftliche Grundlagen für das Projekt bilden die Pädagogische Psychologie mit dem konstruktivistischen Kompetenzbegriff sowie die Didaktik mit dem kompetenzorientierten Ansatz , wie dies auch für das Hessische Kerncurriculum und den Hessischen Referenzrahmen zutrifft.

Kollegium und Schule werden damit auch angeleitet zur Umsetzung der im Hessischen Schulgesetz geforderten und noch nicht genügend bekannten „Aspekte pädagogischen Handelns“: §4(4) „[…] Individualisierung und Differenzierung, Diagnose und Förderung, Beurteilung und Bewertung sowie die Konstruktion kompetenzorientierter Aufgaben […].“

Durch das „Projektbüro für förder- und kompetenzorientierten Unterricht“ werden Angebote für die zentrale Steuerung und Umsetzung zum förder- und kompetenzorientierten Unterricht gemacht und damit die Umsetzung des Kerncurriculums ermöglicht.

Auf dieser Grundlage ist die inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Förderanspruch bis hin zur Hochbegabung für Lehrkräfte leichter und angemessener zu bewältigen. Darüber hinaus könnten erweiterte Angebote z. B. zur Leseförderung, LRS etc. gemacht werden.

 

 
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