Hessischer Bildungsserver

Öffnung des DDR-Grenzverkehrs

Beschreibung

Infolge revolutionären Drucks in der DDR - anschwellende Protestdemonstrationen in vielen Städten sowie anhaltende Massenflucht über Ungarn, die Tschechoslowakei und Polen - wird den DDR-Bürgern überraschend die Aus- und Einreise über alle Grenzübergangsstellen in die Bundesrepublik und nach West-Berlin freigegeben. Ende der 80er Jahre ist die Grenze nach Hessen mit einem hohen Metallgitterzaun, Kfz-Sperrgräben, Licht- und Halogensperren, Stolperstacheldraht, 400 Hunden in Laufanlagen und über 100 Beobachtungstürmen "gesichert". Selbstschussanlagen und Tretminen wurden 1983-1985 demontiert. Der Schießbefehl an der Grenze bestand fort, er wird am 12. November, die Sperrgebietsverordnung am 13. November 1989 formal außer Kraft gesetzt. - 1988 war es 18 Personen unter Lebensgefahr gelungen, die Sperren von Thüringen nach Hessen zu überwinden, 1987 waren es 11, der Durchschnitt in den 80er Jahren betrug etwa 10 pro Jahr: schwimmend durch Grenzgewässer, mit Hilfsmitteln über die Zäune oder unter den Sperranlagen hindurch.

Datum 09.11.1989